Goodbye Deutschland!
Freut euch nicht zu früh, ich bleib hier. Find nur diese ganzen Auswanderersendungen toll. Nur zwei Beispiele aus den Sendungen, die ich kürzlich gesehen habe.
1. Eine Familie, die im Süden Deutschlands ein halbwegs erfolgreiches Restaurant betreibt, wandert nach Brasilien aus. 2 Jahre zuvor das erste Mal dort im Urlaub gewesen, in den Strand verliebt und beschlossen dort leben zu wollen. So weit, so nachvollziehbar. Die Familie besteht aus dem einem Paar mit Kind (etwa 12 schätz ich) und einem guten Freund. Zusammen möchten sie in einem beschaulichen Städtchen an der Küste ein Restaurant am Strand betreiben, in dem sie gleichzeitig so eine Art Touristenzentrum einrichten und Ausflüge etc. anbieten möchten. Enden soll das ganze Unternehmen dann mit einer eigenen kleinen Ferienanlage mit Bungalows. Was erstmal nicht dumm klingt, hat nur einen kleinen Haken. Man hat sich unter anderem deshalb für das kleine Städtchen entschieden, weil es dort so herrlich ruhig und der Strand nicht mit Touristen übersät ist... muss noch jemand laut lachen?
Aber es wird ja noch besser. Um in Brasilien arbeiten zu dürfen, benötigt man eine Aufenthaltsgenehmigung, die sogenannte Permanência. Um diese zu erhalten, muss man wiederum etwa 100.000 Euro in Brasilien investieren. Geld, das die Familie nicht hat. Dafür will sie einen Kredit aufnehmen, aber natürlich in Deutschland. Klar, man fliegt mal eben aus Brasilien hier ein, geht zur Bank und erzählt denen von dieser grandiosen Geschäftsidee. Während ich schon Zweifel daran habe, daß dieser Plan funktioniert, wenn man eine wirklich gute Geschäftsidee hat, kann ich mir nicht vorstellen, daß eine Bank in Deutschland einen derartigen Kredit bewilligt, wenn im angedachten Gebiet für das touristische Unternehmen keine Touristen sind. Aber vielleicht lieg ich da ja falsch...
Kommen wir zu 2.
Ein Paar, vermutlich so um die 30, mit Jobs im kaufmännischen Bereich, wo beide jeweils rund 1800 netto verdient haben, möchte auf Teneriffa Softeis verkaufen. Die ersten brechen vermutlich jetzt schon zusammen vorm Rechner, aber man sollte diesen irgendwo ja doch romantischen Traum von einem stressfreieren, bescheidenen Leben respektieren. Zielsetzung der beiden ist wie folgt: nach 3 Tagen fertig mit den Behördengängen und Eis verkaufen. Zur Not hat man sich aber immerhin ein finanzielles Polster für 3 Monate geschaffen (durchaus lobend zu erwähnen im Vergleich zu anderen in dieser Sendung). Am ersten Tag geht erstmal gar nichts, weil der Fahrstuhl im neuen Apartment nicht funktioniert und das ganze Zeug von Hand in den dritten Stock befördert werden muss. Frauchen hat da natürlich prompt einen Migräneanfall, so daß er ganz alleine schleppen darf. An Tag 2 bemüht man sich intensiv um einen "Transformator", wobei das Ding eigentlich Wechselrichter heisst. Das Problem ist, daß die Maschine zwar im Betrieb nur 1,7kW frisst, zum starten aber scheinbar mehr braucht, als der vorhandene Wechselrichter mit 2kW Leistung bringt. Die Eismaschine funktioniert also nicht. Dummerweise gilt das auch für das ansonsten gar nicht mal schlechte Spanisch der Frau (auch löblich, ich musste in dieser Sendung auch schon sehen, wie Leute ohne den Ansatz jeglicher Sprachkenntnisse der Meinung waren, ihre neue Heimat gefunden zu haben), sie hat im Bereich Technik schon auf deutsch keine Ahnung, im spanischen ists da ganz vorbei. Nachdem sie umständlich erklären kann, was genau sie benötigt, wird sie von einem Laden in den nächsten gejagt, letztendlich wird man in einer kleinen Werkstatt scheinbar fündig. Tag 3 wird, nachdem sie auf einmal merken, daß die Behördengänge auch nicht wesentlich weniger sind als in Deutschland, damit verbracht, nach geeigneten Orten für den Verkauf Ausschau zu halten. An einem wunderschönen Aussichtspunkt ists dann wieder so weit. Ich zweifel an der Menschheit. Die beiden steigen aus dem Auto, spazieren ein wenig, als sie zurückkommen, ist die Seitenscheibe zerbrochen. Er hatte sein Portemonnaie schön offen auf dem Amaturenbrett liegen lassen. Wusste ich schon mit 5 im Urlaub, daß man das in Spanien bzw. auf den Kanaren besser nicht macht. Würde ich aber selbst in Deutschland nicht machen. Naja, scheinbar hat sich das doch nicht so weit rumgesprochen, wie ich bisher dachte. Natürlich waren im Portemonnaie 600€, die eigentlich für den Wechselrichter eingeplant waren, und sämtliche Papiere, also Perso, Reisepass und Führerschein. Und zwar nicht nur seine. Sie fahren zur Polizei und werden natürlich wieder rumgereicht, wie südländische Polizei eben so ist. Irgendwann kommen sie dann doch beim richtigen Revier an und geben eine Anzeige auf. Danach beschweren sich beide über die ach so dumme Dolmetscherin und die Polizisten, die auf spanisch mit ihnen gesprochen habn (und das in Spanien, da werd einer schlau draus) und beim Blick in das Anzeigeformular, welches touristenfreundlich auf deutsch ist, haut sie aufgrund eines Grammatikfehlers einen Satz raus, den ich wohl nie mehr vergessen werde: "Die können nicht mal richtig deutsch, aber wir sollen spanisch können".
Ich muss ehrlich sagen, diese Sendung hat einen extrem hohen Unterhaltungswert. Es ist als wenn man in eine Mülltonne guckt, in der lobotomierte Ratten ihr Unwesen treiben. Allerdings hab ich ein Problem. Ich beginne, mich dafür zu schämen, daß ich Deutscher bin. Wenn diese Leute unser Bild im Ausland bestimmen, dann gute Nacht. Auf der andern Seite versteh ich wirklich nicht, wieso es in Deutschland nicht besser läuft, wenn solche Ausfälle freiwillig aus dem Genpool ausscheiden.
Kann mir da jemand helfen?
1. Eine Familie, die im Süden Deutschlands ein halbwegs erfolgreiches Restaurant betreibt, wandert nach Brasilien aus. 2 Jahre zuvor das erste Mal dort im Urlaub gewesen, in den Strand verliebt und beschlossen dort leben zu wollen. So weit, so nachvollziehbar. Die Familie besteht aus dem einem Paar mit Kind (etwa 12 schätz ich) und einem guten Freund. Zusammen möchten sie in einem beschaulichen Städtchen an der Küste ein Restaurant am Strand betreiben, in dem sie gleichzeitig so eine Art Touristenzentrum einrichten und Ausflüge etc. anbieten möchten. Enden soll das ganze Unternehmen dann mit einer eigenen kleinen Ferienanlage mit Bungalows. Was erstmal nicht dumm klingt, hat nur einen kleinen Haken. Man hat sich unter anderem deshalb für das kleine Städtchen entschieden, weil es dort so herrlich ruhig und der Strand nicht mit Touristen übersät ist... muss noch jemand laut lachen?
Aber es wird ja noch besser. Um in Brasilien arbeiten zu dürfen, benötigt man eine Aufenthaltsgenehmigung, die sogenannte Permanência. Um diese zu erhalten, muss man wiederum etwa 100.000 Euro in Brasilien investieren. Geld, das die Familie nicht hat. Dafür will sie einen Kredit aufnehmen, aber natürlich in Deutschland. Klar, man fliegt mal eben aus Brasilien hier ein, geht zur Bank und erzählt denen von dieser grandiosen Geschäftsidee. Während ich schon Zweifel daran habe, daß dieser Plan funktioniert, wenn man eine wirklich gute Geschäftsidee hat, kann ich mir nicht vorstellen, daß eine Bank in Deutschland einen derartigen Kredit bewilligt, wenn im angedachten Gebiet für das touristische Unternehmen keine Touristen sind. Aber vielleicht lieg ich da ja falsch...
Kommen wir zu 2.
Ein Paar, vermutlich so um die 30, mit Jobs im kaufmännischen Bereich, wo beide jeweils rund 1800 netto verdient haben, möchte auf Teneriffa Softeis verkaufen. Die ersten brechen vermutlich jetzt schon zusammen vorm Rechner, aber man sollte diesen irgendwo ja doch romantischen Traum von einem stressfreieren, bescheidenen Leben respektieren. Zielsetzung der beiden ist wie folgt: nach 3 Tagen fertig mit den Behördengängen und Eis verkaufen. Zur Not hat man sich aber immerhin ein finanzielles Polster für 3 Monate geschaffen (durchaus lobend zu erwähnen im Vergleich zu anderen in dieser Sendung). Am ersten Tag geht erstmal gar nichts, weil der Fahrstuhl im neuen Apartment nicht funktioniert und das ganze Zeug von Hand in den dritten Stock befördert werden muss. Frauchen hat da natürlich prompt einen Migräneanfall, so daß er ganz alleine schleppen darf. An Tag 2 bemüht man sich intensiv um einen "Transformator", wobei das Ding eigentlich Wechselrichter heisst. Das Problem ist, daß die Maschine zwar im Betrieb nur 1,7kW frisst, zum starten aber scheinbar mehr braucht, als der vorhandene Wechselrichter mit 2kW Leistung bringt. Die Eismaschine funktioniert also nicht. Dummerweise gilt das auch für das ansonsten gar nicht mal schlechte Spanisch der Frau (auch löblich, ich musste in dieser Sendung auch schon sehen, wie Leute ohne den Ansatz jeglicher Sprachkenntnisse der Meinung waren, ihre neue Heimat gefunden zu haben), sie hat im Bereich Technik schon auf deutsch keine Ahnung, im spanischen ists da ganz vorbei. Nachdem sie umständlich erklären kann, was genau sie benötigt, wird sie von einem Laden in den nächsten gejagt, letztendlich wird man in einer kleinen Werkstatt scheinbar fündig. Tag 3 wird, nachdem sie auf einmal merken, daß die Behördengänge auch nicht wesentlich weniger sind als in Deutschland, damit verbracht, nach geeigneten Orten für den Verkauf Ausschau zu halten. An einem wunderschönen Aussichtspunkt ists dann wieder so weit. Ich zweifel an der Menschheit. Die beiden steigen aus dem Auto, spazieren ein wenig, als sie zurückkommen, ist die Seitenscheibe zerbrochen. Er hatte sein Portemonnaie schön offen auf dem Amaturenbrett liegen lassen. Wusste ich schon mit 5 im Urlaub, daß man das in Spanien bzw. auf den Kanaren besser nicht macht. Würde ich aber selbst in Deutschland nicht machen. Naja, scheinbar hat sich das doch nicht so weit rumgesprochen, wie ich bisher dachte. Natürlich waren im Portemonnaie 600€, die eigentlich für den Wechselrichter eingeplant waren, und sämtliche Papiere, also Perso, Reisepass und Führerschein. Und zwar nicht nur seine. Sie fahren zur Polizei und werden natürlich wieder rumgereicht, wie südländische Polizei eben so ist. Irgendwann kommen sie dann doch beim richtigen Revier an und geben eine Anzeige auf. Danach beschweren sich beide über die ach so dumme Dolmetscherin und die Polizisten, die auf spanisch mit ihnen gesprochen habn (und das in Spanien, da werd einer schlau draus) und beim Blick in das Anzeigeformular, welches touristenfreundlich auf deutsch ist, haut sie aufgrund eines Grammatikfehlers einen Satz raus, den ich wohl nie mehr vergessen werde: "Die können nicht mal richtig deutsch, aber wir sollen spanisch können".
Ich muss ehrlich sagen, diese Sendung hat einen extrem hohen Unterhaltungswert. Es ist als wenn man in eine Mülltonne guckt, in der lobotomierte Ratten ihr Unwesen treiben. Allerdings hab ich ein Problem. Ich beginne, mich dafür zu schämen, daß ich Deutscher bin. Wenn diese Leute unser Bild im Ausland bestimmen, dann gute Nacht. Auf der andern Seite versteh ich wirklich nicht, wieso es in Deutschland nicht besser läuft, wenn solche Ausfälle freiwillig aus dem Genpool ausscheiden.
Kann mir da jemand helfen?


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